Zum 3. Mal waren wir in Thale am Harz
eingeladen. Diesmal wurde kein Jubiläum gefeiert,
es fand ein Sommerfest
statt. Wie beim ersten Mal sangen wir auf der großen
Freilichtbühne.
Zahlreiche Zuschauer
hatten sich eingefunden, es können 200 gewesen sein.
Eingebettet in die
Beiträge anderer Chöre und Tanzgruppen trugen wir
unser Programm
vor. Es
waren 11 Lieder mit vorwiegend volkstümlichem Charakter.
Die Sonne schien, die Gäste hörten gespannt zu, die
Beschallungsanlage bockte nicht.
Nur unser Chor war zahlenmäßig schwach besetzt. Der
Sopran, sonst mit
15 Sängerinnen die stärkste Stimmgruppe, musste mit 6
tapferen Damen auskommen.
Ihnen gebührte hohe Anerkennung. Wer hat schon den Mut, in
höchster Tonlage fast als
Solist zu singen, wenn
der "Lerchengesang" vorgetragen wird?
Dem Publikum hat unser Beitrag gefallen. Viele nickten uns beim
Verlassen der Bühne
anerkennend zu und ein Ehepaar sprach
uns an:"Das war ein wunderbarer Klang, alles passte
so schön zusammen". Besonders
habe ihnen "Ein Jäger längs dem Weiher ging" und
unsere
gute Aussprache gefallen. Letzteres
ist ein Lob höchsten Grades, denn wer die Mansfelder Mundart
spricht, bricht sich beim
Singen fast die Zunge und verstopft sich den Kehlkopf, wenn er neben
schönen Tönen nicht bloß Hochdeutsch, sondern
auch noch "Gesangsdeutsch" produzieren muss.
Da heißt im Mansfeldischen die
"Kunst" "Gunst", sowohl der "Graben" als auch der "Kram"
heißen
"Gram" und der "Gram" heißt
"Jram". Wenn nun im Liedtext solche Wörter vorkommen, gibt es
manchen witzigen Versprecher: Die
süßen Lüfte nehmen dann all unsern
"Kram"mit sich, statt den "Gram" oder sie nehmen auch den "Jram" mit
sich. Es winkt des Friedens "Kunst" und man soll
die Gaben schöner "Gunst" hinnehmen. Es
war also diesmal nichts schiefgegangen, was
solche Versprecher betrifft. Fazit:
Ein ein schöner Tag, einer mit Anspannung und Entspannung.
Solche Auftritte kann man
genießen. |