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Wir
hatten uns den Auftritt in Bad Suderode gewünscht. Unsere
Erwartungen sind alle erfüllt, in mancher
Hinsicht sogar übertroffen worden. Bei schönem Wetter
fuhren
wir gut
gelaunt
am Nordrand des Harzes entlang zum Auftrittsort. Im Kurhaus angekommen
fiel uns zunächst ein offensichtlich viel zu großer
Saal
auf. In ihm, so dachten wir, würden sich die wenigen Besucher,
die
gern zu Chorkonzerten gehen, verlieren.
Nach dem Einsingen hatte sich neben den
Sängerinnen und Sängern der anderen Chöre
und vielen
Gästen die gesamte
Chorprominenz von Sachsen- Anhalt und
Niedersachsen- Bremen eingefunden. Uns wurde "mulmig" zumute. Etwa 450
Zuhörer saßen inzwischen im Saal.
Nachdem die Präsidenten der beiden
Chorverbände ihre Begrüßungen
gesprochen hatten, wurde unser Chor ausführlich vorgestellt.
Leider gab es auf der Bühne keine Chorstufen,
so dass unsere Herren versteckt standen. Fast galt: Keiner konnt' sie
hören, keiner konnt' sie seh'n.
Ist doch schade, oder?
Trotzdem war es eine Lust zu singen. Im
Saal herrschte totale Stille. Nach
jedem Lied nickten einige Zuhörer zustimmend, und nach "Da
drunten im
Tale" sagte eine Dame in der ersten Reihe zu ihrem männlichen
Begleiter: "Schöön, das war schön, ja?"
Wir
bekamen viel Beifall.
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Da jedoch jedem Chor
ursprünglich nur 15min
Auftrittszeit zustanden, beendeten wir das Konzert ohne Zugabe.
Nach
uns traten noch vier weitere Chöre auf, unter ihnen ein
Kinderchor. Diese Jungen und Mädchen der unteren Klassen
sorgen
durch das
Singen von Liedern in der Wernigeröder Mundart dafür,
dass
ihre
Muttersprache nicht eines Tages verloren geht.
In der Pause bei
einer Tasse Kaffee und herrlicher Torte wurden mehrere
unserer Sängerinnen und Sänger von
den Besuchern angesprochen, wir hätten sehr schön
gesungen. Als sich
herausstellte, dass einer der Lobenden der Präsident des
Chorverbandes
Niedersachsen- Bremen e.V. Hans- Jürgen
Ollech war, stimmte uns das
besonders glücklich.
Den
Mitarbeitern des Kurhauses gilt unser besonderer Dank, u.a.
für
die Pausenversorgung. Sie hatten diese Aufgabe in ihrer Freizeit
übernommen und hielten geduldig durch, als die nach uns
auftretenden Chöre ihre Auftrittszeit arg überzogen.
Ein
Rätsel bleibt uns: Wer hatte die vielen Zuhörer
motiviert, zu einem Chorkonzert zu kommen?
Es gab aber auch eine arg enttäuschte ältere Dame:
"Schön haben alle
gesungen",sagte sie, "aber ich hätte lieber mehr Volkslieder
gehört."
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