Unser Konzert in Aschersleben
war ein Gegenbesuch. Im Jahre 2006 hatte der Lyrachor gemeinsam mit uns
in Hettstedt das Frühjahrskonzert bestritten.Damals waren
dicke Schneeflocken gefallen. Heute hatten wir richtiges
Frühlingswetter, passend zu unseren Liedern. Wie die Bilder
zeigen, sangen wir einige Stücke gemeinsam und jeder Chor bot
auch sein eigenes Programm an. Leider war unser Michael
urplötzlich ausgefallen. Herr Tietze, der musikalische Leiter
des Lyrachores sprang ein. Obwohl wir uns vom Projektchorsingen
schon kannten, waren beide Seiten stark gefordert.
Nach einer halben Stunde Probesingen standen Herrn Tietze die
Schweißperlen auf der Stirn. Aber nicht vor Angst, denn wir
konnten den Auftritt wagen. Uns war zumute, wie wenn uns Mutter und
Vater verloren gegangen wären und Herr Tietze brauchte die
Kraft und Konzentration für zwei Chöre und
für Lieder, die er selbst noch nie einstudiert hatte. Der Saal
füllte sich allmählich. Es gab kein Zurück
mehr. Und so sangen wir, was das Zeug hielt. Herr Tietze
schwenkte die Arme als wollte er keinen von uns verlieren. Die Besucher
lächelten. Sie wunderten sich vermutlich auch, wie zwei
Chöre, die noch nie zusammen geprobt hatten, im Gesang so
hübsch zusammen passten. Im Anschluss sang der Lyrachor
mit weichem, gefälligen Ton. Schade, dass wir dem
Chor eher im Rücken saßen. An der Stirnseite
wäre der Genuss noch größer gewesen. Dann sangen wir. Das Programm
war leicht geändert worden. Lieber Herr Tietze, herzlichen Dank für Ihr Dirigat. Es
bewahrheitete sich mitunter, was
Sie
in Michaelstein den Studenten gesagt hatten: "Ihr braucht
auch gar nicht zu dirigieren, der Chor singt von allein". So war es
auch heute. Nicht immer waren wir da, wo wir hätten sein
sollen. Dank Ihrer meisterlichen Führung haben wir
aber doch etliche Hürden recht gut
übersprungen. Das Publikum war vom Repertoire der beiden
Chöre sehr angetan. Bei vielen Liedern sangen fast alle
Besucher mit. Als schließlich "Es tönen die Lieder"
für alle angestimmt wurde, sang ein gewaltiger Chor den
Frühling ein. Für unseren Michael wurden herzliche
Grüße und ein Blumenstrauß vom Lyrachor mitgeschickt.
Auch wir wünschen dir baldige Genesung!
|