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Projektchor im Kloster Michaelstein am 01.03.2008

Unser Stimmbildner
Wir hatten uns alle gefreut, im Kloster Michaelstein Projektchor sein zu dürfen. Drei Tage zuvor wurde  Sturm angesagt, etwa so heftig  wie Kyrill sollte er werden. Er kam auch- zwei Stunden vor der Abfahrt mit Regengüssen, Blitz, Donner, Hagel und etwa Windstärke 11. Die Haustür konnte man nicht öffnen, geschweige denn  zur Haltestelle gehen. Aber dann  geschah das  Wunder. Der Sturm zog  nach einer Stunde weiter, und wir erreichten den  Bus trockenen Fußes. In Michaelstein ging es gleich los mit  1 Std. Stimmtraining und weiteren etwa 2 Std. Übung für die Dirigenten. Fast alle waren schon mehrere Jahre Chorleiter. Hier wollten sie weitere Rafinessen des Dirigierens erlernen.
 "Zeigen Sie mit der linken Hand den Basseinsatz an und winken Sie gleichzeitig  den Alt ab! Führen Sie mit dem Arm einen großen Bogen, wenn der Chor die Töne aussingen soll, und wedeln  Sie dabei nicht so herum, halten Sie die Ellbogen am Körper. Wenn ein Komma im Text steht, muss man es auch singen!  Der Chor singt die Lieder auch ohne Dirigenten. Zeigen Sie ihm, wie Sie es haben möchten und  immer etwas eher anzeigen,  als gesungen wird."  Die armen Dirigenten. Sie hatten unser Mitgefühl. Man konnte  Knoten in die Arme bekommen, wenn man alles beachten wollte. Nach einer angenehm langen Mittagspause begannen wir wieder mit Stimmübungen, denen das Dirigiertraining folgte. Wir bekamen ein Lob, wie leicht es sei, mit uns zu singen. Liebe Dirigenten, wir sind sonst nicht so brav. Wir befürchteten, dass man uns zum Dirigieren 
nach vorn holt, wenn wir nicht aufpassen. 
 Scherz beiseite: Das Dirigieren ist das eine, das Einüben das andere und der Auftritt das Besondere. Wir hatten gewissermaßen den ganzen Tag Auftritt.
Schließlich  zeigte Herr Tietze in  einem Kabinettsstückchen, wie man das Scherzlied "Ein Jäger längs dem Weiher ging" zu einem Kriminalstück ausbauen konnte. Das war sehr spaßig. An anderer Stelle mussten wir auch schmunzeln, wenn die Dirigenten  unseren Männern einen Part gaben, den sonst die Frauen singen und umgekehrt. Zum Schluss unseres Übungstages wurden unsere Stimmen noch einmal in Form gebracht. Im  Übungsraum stellte man die Stühle um, schuf so einen  Konzertraum und schließlich war es an uns, ein  kleines Programm vorzutragen. Unser Dirigent hatte bis dahin mit im Chor gesessen, und mancher wird sich nun gewundert haben, dass es da noch jemanden im Saal gegeben hatte, der das Dirigieren perfekt beherrscht. Unsere Lieder waren dem Motto des Tages angepasst: "Was nicht in den Noten steht". So war es nun an unserem Michael und an uns, jedes Lied wie eine kleine spannende Geschichte zu erzählen. Zum Schluss hatten wir ein gutes Gefühl. Im Saal hatten einige sehr ernst geschaut und andere gelächelt. Wir haben beides als Zustimmung gewertet.
Herzlichen Dank den Lehrern, Organisatoren und "Studenten". Wir haben  sehr viele gute Einsichten und Erkenntnisse  mitgenommen.
Das Mitwirken im Kloster Michaelstein war für uns  ein ganz besonderes Erlebnis.