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Ein wunderschöner
Festplatz mit Bühne, Bänken unter Linden, Getränkeständen, Erbsensuppe, Kaffeestube, netten Begrüßungs- und Dankesworten. Einige Chöre waren in Minimalbesetzung erschienen, manche auch gleich gar nicht. Hier und da gab es ein junges Gesicht zu sehen. Die "Alten" waren wohl eher wieder unter sich geblieben. Warum haben wir eigentlich unsere Kinder und Enkel zu Hause gelassen? Weil sie von Gesang nicht begeistert sind? Ich brächte mein Enkelkind gern mit, es singt gern, wenn auch noch falsch, und es hört sich Gesang auch gern an. Welche Unterhaltungsmöglichkeit kann ich ihm aber vor und nach dem Auftritt anbieten? "Unsere Kinder interessiert doch das Singen gar nicht", höre ich meine Mitsängerinnen und Mitsänger sagen. Sie meinen die Enkelgeneration. Das bestreite ich. Ich habe Kinder bei unseren Auftritten staunend vor der Bühne stehen sehen, weil sie Chorgesang noch nie gehört hatten. Einmal sprachen uns in unserer Straße zwei kleine Jungen an. |
Wir
kannten sie. "Wo geht ihr hin?" "Zum Singen." "Was ist das? Ist das Party, können wir mitkommen?" Sie durften mitkommen und saßen fast eine ganze Chorstunde mit glänzenden Augen vor dem Chor. Schon das Einsingen verfolgten sie wie etwas nie Gehörtes.Als der Chor danach den gewaltig klingenden Dnepr anstimmte, stand einer von ihnen begeistert auf und beide wirkten, als würde man ihnen ein Fahrrad schenken. Sie konnten das Wunder nicht fassen. Dabei waren sie gerade erst 5 Jahre alt. Liebe Chöre und Sängerkreise, lasst Sängerfeste nicht zu Altenfesten werden. Wie wäre es, wenn jedes Sängerfest auch ein Kinderfest wäre? Vielleicht klagen manche Ältere nur, die Jugend habe keine Lust zum Singen, damit alles in gewohnten Bahnen verläuft und keiner seine Geruhsamkeit aufgeben muss. Wie wäre es mit einer Sing- und Springstunde für die Kleinen? Vielleicht hilft ein Kindergarten mit? In Helbra beim Blasmusikfest treten stets auch Kindergartenkinder auf. |